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  1. istdochegal
    istdochegal at |

    „Was hierbei gern verschwiegen wird, ist die Tatsache, dass es in Deutschland in den 80er und 90er Jahren überhaupt keinen vergleichbaren Umgang mit Pyrotechnik gegeben hat. Bei großen Spielen der 1. oder 2. Bundesliga kam es mitunter vor, dass in den Fanblocks ein, zwei, mitunter auch mal drei Fackeln brannten, und das war es dann meist auch schon.“

    Sorry, aber offensichtlich liegt hier eine „sehr individuelle“ Sichtweise vor. Allein bei einfachen Spielen waren 1-2 Nebeltöpfe pro Halbzeit nicht ungewöhnlich. Bei großen Spielen war einiges mehr los. Auswärts meist mehr, als zu Hause -wie heute auch. Und an Bengalos war da auch mehr im Einsatz.
    Spannend wäre ja, woher der Autor diese interessante Statistik nimmt, auf der dann einiges aufgebaut wird und wozu das heutige dann in Relation gesetzt wird.

    Die selbe Frage stellt sich bei der Behauptung/Aussage, dass man wegen Fotografierens „eins aufs Maul“ bekommen sollte. Wurde da versucht, den unbekannten Nachbar in Portraitaufnahme aufzunehmen? Dies würde ich – als jemand der nicht zündet – mir auch nicht gefallen lassen. Allerdings steht natürlich nichts da, auf welche konkrete Situation das bezogen sein soll, was ja erst mal jede beliebige Behauptung in den Raum stellen lässt, weil es sich nicht überprüfen lässt.

    Zwar hat der Artikel ganze 38 Tags inkl. potentieller Tippfehler, aber leider (oder gewollt?) keinen Platz für wichtige Aspekte der Gesamtdiskussion. Dann müsste ja noch etwas über die Zeit geschrieben werden, als der DFB noch mit den Fangruppen gesprochen hat (also bis zum einseitigen Abbruch durch den Verband) und als es die Absprache gab, nicht zu zünden und dies trotz sehr inhomogener Masse größtenteils funktionierte.

    Platz für den Blick ins Ausland bleibt auch, aber auch hier mit einem sehr schwachen und flachen Ansatz. In Italien sind pauschal die Fans schuld, von Polizisten quer über 4 befahrende Autobahnspuren auf einem Parkplatz erschossene Fans und daraus erwachsende Konsequenzen werden -überraschend- nicht erwähnt. Ebenso wird nichts zu den Ursachen aus der puren Kommerzialisierung in Italien, England und Frankreich erwähnt, obwohl diese Länder explizit erwähnt werden. Die Anerkennung der sozialen Rolle des Fußballs und der Fankultur als Basis für weitere Möglichkeiten in der Gesellschaft und im Alltag der jungen Menschen bzw. Jugendlichen? Fehlt. Wenn der Aspekt der Entwicklung der Fanszenen wirklich aufgegriffen werden wollte und das Verhältnis von Fans zum Staat und den großen Verbänden ernsthaft angesprochen werden sollte, darf man aber nicht so ohne weiteres die Grundlagen weglassen… Stattdessen klingt durch, dass wegen der Verwendung von Nebeltöpfen+Pyro in England keine Auswärtskultur existiert und das ist sachlich schlicht Blödsinn.

    Zumindest wird deutlich, dass die mediale Gleichsetzung von Gewalt und Wunderkerzen (ja, auch das ist Pyrotechnik und laut DFB stadionverbotsfähig) wunderbar angekommen ist und ungefragt 1:1 wiedergegeben wird.

    Abschließend bleibt festzustellen, das hier offensichtlich völlig beliebig bei den Ländern ausgewählt wurde und man nahm nur das, was ungefähr passen könnte (wie oben nur kurz angerissen auch nicht wirklich). Wo ist der Blick nach Österreich? Wo ist die hochaktuelle Veränderung in Norwegen? Warum taucht das nicht auf?
    Dieses ist das, was es hier bis zum o.g. Gesprächsabbruch (mit dem Abgang von Spahn) auch gab als Grundlage.

    Aber wie heißt der Artikel so schön:
    Kritische Selbstreflexion? Fehlanzeige!
    Gute Vorlage 😉

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